Ingrid Schnäbele

(50 Jahre Diabetes)
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Mit 17 Jahren und einigen Kilos weniger als noch vor einem Jahr zuvor, stellte man bei mir einen damals jugendlichen Diabetes fest. Kurz vor meiner damaligen Ausbildung als Bürokauf(mann)frau hatte ich einen schweren Herpes, der im ganzen Mundraum sowie auch die Lymphdrüsen befallen hatte. Dies wurde im Nachhinein als Ursache für meinen Diabetes benannt. Mein Gewicht war gerade mal 48 Kilo bei einer Körpergröße von 173cm, die Ekzeme am Genitalbereich, Wadenkrämpfe in der Nacht und das Sodbrennen waren nur ein paar meiner Beschwerden.

Mein Vater sah damals im Fernsehen „Gesundheitsmagazin Praxis“ mit Hans Mohl. Dieser klärte über Diabetes mellitus auf. Da wir keinen Diabetes in der Familie hatten, waren uns die Anzeichen nicht bekannt. Vor 50 Jahren gab es noch keine BZ-Geräte um den Diabetes festzustellen. Die Urinstäbchen aus der Apotheke zeigten jedoch an, dass ein Diabetes vorlag. Ich brachte eine Urinprobe zu meiner Hausärztin und deren Mann, der ebenfalls Arzt war, die daraufhin meinten, ich hätte wahrscheinlich eine Tafel Schokolade gegessen.

Als ich mich ins Krankenhaus einweisen ließ, war bei der Aufnahme mein Wert bei knapp 500 mg/dl und mein Atem roch nach Aceton.

Mein Diabetes wurde auf 1 Spritze (Damals noch ein Glaszylinder, den man auskochen musste, sowie einer Stahlkanüle von 11cm) mit Schweineinsulin eingestellt. Schon einen Monat später dann 2 Spritzen, eine morgens und eine abends.

Nach einem Jahr Diabetes bekam ich den grauen Star auf beiden Augen, der bis zu einer kurzfristigen Erblindung führte. Die Linsen wurde entfernt, aber in der damaligen Zeit gab es noch keine Ersatzlinsen. Die OP war zu dieser Zeit noch aufwändig und ich musste 3 Wochen je Auge in der Klinik verbringen. Meine Brille hatte die Stärke von -18 Dioptrien. Erst 10 Jahre später konnten mir auf beiden Augen eine künstliche Linse eingesetzt werden.

Die Urinteststreifen zur Selbstkontrolle waren eine gute Hilfe, bis ich mir dann 1982 ein Blutzucker-Messgerät gekauft habe. Es war eine recht teure Anschaffung von DM 820,00, die leider von der Krankenkasse nicht übernommen wurde. Das Gerät brauchte 2 Minuten bis die Messung durchgeführt war. Da ich aber schwanger werden wollte, habe ich mir dieses dann zugelegt. 1983 bekam ich einen gesunden Sohn per Kaiserschnitt.

In den kommenden Jahren hat sich viel zum besseren für uns Diabetiker geändert. Wo erst die „großartigen“ Glas Spritzen waren, kamen die Einwegspritzen, danach die Pens. Die Blutzuckermessgeräte wurden immer kleiner und schneller. Nach 2 Hypoglykämien, bei denen ich einen Notarzt brauchte bekam ich meine erste Insulinpumpe. Das war von 22 Jahren. Mein HbA1c Wert liegt bei 5,8 – 6,02. Folgeschäden bzw. Erkrankungen trotz fast 51 Jahren Diabetes habe ich keine.

In meinem Ort, wo ich wohne, bin ich ehrenamtlich beim Deutschen Roten Kreuz. Neben Sanitätsdiensten und Blutspende-Terminen wird hier jede Hand benötigt. Bei unseren Unterrichtsabenden halte ich einmal im Jahr einen Vortrag über Diabetes und wie man sich als Einsatzkraft des DRK verhält, wenn eine Person mit Symptomen von Hypoglykämie oder Hyperglykämie Hilfe benötigt.

Alles in allem bin ich mit meinen 68 Jahren noch fit und gerne zu allen Dingen die Spaß machen bereit.

Teilnehmer-Geschichten

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