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50 Jahre Diabetes

Winfried Thielecke

(50 Jahre Diabetes)
Winfried Thielecke

Während meines Studiums erkrankte ich, mit sehr hohem Fieber an Grippe. Ich befand mich bei meiner Freundin, die den Hausarzt informierte. Dieser injizierte mir an zwei Tagen drei Penicillin-Spritzen (später erfuhr ich, dass dies wahrscheinlich der Auslöser des Diabetes war). Nach meiner Genesung bemerkte ich ein hohes Durstgefühl und Mattheit. Da ich gelesen hatte, dass hoher Durst auf Diabetes hinweist, begab ich mich zu meinem Hausarzt, der auch Diabetes vermutete und mich ins Krankenhaus einwies. Dort bestätigte sich diese Diagnose. Da ich sonst nichts über Diabetes wusste, fragte ich den Chefarzt, wann ich wieder gesund sein würde. Dieser erklärte mir im Vorbeigehen auf dem Flur, dass diese Krankheit nicht heilbar sei, was für mich sehr schockierend war. Ich war sportlich immer sehr aktiv.

Im Krankenhaus wurde ich auf bestimmte Insulin- und Essensmengen eingestellt. Man erklärte mir, dass ich diese Dosierung strikt einhalten müsse. Das Spritzen war sehr aufwendig und unangenehm, da die Spritzen zur Sterilisation in einem speziellen Apparat ausgekocht werden mussten und die Kanülen extrem dick waren.

Bald bemerkte ich, dass ich häufig matt war. Unterzuckerungen hatte ich ebenfalls. Nach einiger Zeit wurde ich auf der Suche nach einem Messgerät für den Blutzuckerwert beim Versandhaus Quelle fündig. Entgegen des Rates der Ärzte entwickelte ich meine eigene Insulindosierung, abhängig von Mahlzeiten und Tätigkeiten. Diese Technik wurde den Patienten erst einige Jahrzehnte später von den Ärzten empfohlen!

Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Technik weiter. Es gab 1 x-Spritzen mit dünnen Kanülen, dann kam der Pen auf den Markt und die Messgeräte wurden immer besser. Inzwischen benutze ich seit längerer Zeit den Pen von Pendiq für Basal- sowohl als auch für Kurzzeitinsulin. Das freeStyle Libre-System leistet mir für die Messungen gute Dienste. Mein HbA1c-Wert liegt immer im Durchschnitt bei 5,5. Mittlerweile bin ich 74 Jahre alt und leide unter keinen Folgeschäden! Disziplin bei der Nahrungsaufnahme und bei der Insulindosierung war mir immer äußerst wichtig! Ich möchte hiermit anderen Diabetikern Mut machen.

Veröffentlicht: 2022

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