Ursula Mackfeld (51 Jahre Diabetes)

Ursula Mackfeld Mit 3,5 Jahren bin ich an Diabetes Typ 1 erkrankt, also zu einer Zeit an die ich mich nicht erinnern kann. In einem engen Korsett aus „du kannst nicht, du darfst nicht, du musst“, bin ich groß geworden. Trotzdem haben meine Eltern versucht mich „normal“ – mit den Einschränkungen des Diabetes – aufwachsen zu lassen. Über die Therapieformen und Krankenhausaufenthalte ist inzwischen genug geschrieben worden, deshalb möchte ich nicht weiter darauf eingehen. Die Schule habe ich gut gemeistert und eine Berufsausbildung zur Chemisch-technischen Assistentin gemacht. Mit 18 Jahren habe ich im Labor angefangen, zu arbeiten. Inzwischen kann ich auf 37 Berufsjahre zurückschauen, zunächst in Vollzeit, dann in Teilzeit.

Im Jahr 1985 und 1988 habe ich meine Töchter geboren. Bis auf die letzten Schwangerschaftswochen lief alles ganz gut. Wenn ich jetzt sage, dass ich zu dem Zeitpunkt meine Diabetesführung noch mit Harnzuckerteststreifen gemacht habe, würden alle die Hände über den Kopf zusammenschlagen. Meine Töchter sind gesund und längst erwachsen.

Ein Leben mit Diabetes Typ 1 ist zwar nicht immer leicht, aber ich kann nur sagen mir geht es gut. Seit ich im Jahr 2002 die Insulinpumpe bekommen habe, habe ich mehr Freiheiten. Wer aber denkt, mit der Insulinpumpe braucht man sich um den Diabetes weniger zu kümmern, der irrt. Ich muss regelmäßig die Basalrate ändern, um einigermaßen im Normbereich zu bleiben.

Jetzt gibt es aber auch noch etwas, worüber ich sehr glücklich bin. Ich bin bis jetzt bei einer Unterzuckerung noch nie auf Fremdhilfe angewiesen gewesen! Die Anzeichen einer Unterzuckerung sind zwar sehr „leise“ geworden, doch ich kann sie sicher deuten. In der Regel bekommt mein Umfeld es gar nicht mit, dass ich mal schnell etwas essen muss!

Meinen 50. Geburtstag habe ich groß gefeiert, denn die 50 war für mich immer eine goldene Zahl am Horizont. Als neues Lebensziel habe ich mir 80 Jahre vorgenommen.

Veröffentlicht: 2013

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