Erika Verstegen (69 Jahre Diabetes)

Erika Verstegen Mein Name ist Erika Elisabeth Verstegen. Geboren bin ich am 15. Mai 1937 in Essen. 1938 begann der Krieg mit dem Österreicher Adolf Hitler. Zuerst merkten wir noch nichts vom Krieg, hörten auf unserem „Volksempfänger“ (das war unser Radio) die Nachrichten. Das Unglück kam immer näher! Mein Vater, geboren 1909, wurde eingezogen. Er hatte mir gerade noch zu Weihnachten einen Puppenwagen gemacht. Da meine Mutter gut kochen und backen konnte, kam der leckere Duft bis ins Schlafzimmer und machte mich neugierig. Ich stand auf, ging zu meinen Eltern, fuhr mit dem Puppenwagen durch die Wohnung und meine Mutter gab mir ein Stück Streuselkuchen und ich ging beruhigt wieder ins Bett. Während des Krieges sind wir in Güterwagen, wo das Stroh noch drin lag, auf die Dörfer gefahren und haben an den Türen gebettelt um ein Butterbrot. Um 21:00 Uhr ging die Sirene und alle mussten von der Straße sein.
Dann sind wir verschickt worden nach Österreich, dort ist auch mein Bruder Günther 1943 geboren worden. Ich werde das Bild nie aus dem Kopf bekommen, weil eine Frau einen ganzen Korb mit Früchten in den Fluss schmiss. Wie gerne hätte ich da ein paar Früchte gehabt!?
Als der Krieg vorbei war und es wieder etwas zu essen gab, mussten wir Schlange stehen, um Mehl und anderes zu kaufen. Etwas später bekam ich die Diagnose: Diabetikerin!

Ich bin heulend nach Hause. Ich bin ja noch gut dran. Denn meine Oma hatte ein offenes Bein! Inzwischen kann ich gut damit leben und muss oft „Nein“ sagen! Es fängt alles im Kopf an. Ich wohne an der Grenze zur Schweiz und da gibt es gute, leckere Schokolade! Es lohnt sich!
Bis heute pass ich auf, was ich esse und nehme mich zurück, auch wenn ich noch nicht satt bin. Disziplin! Ich denke, es lohnt sich.

Veröffentlicht: 2014

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